Wahlkampfhöhepunkt des Kreisverbandes Hochtaunus in Oberursel

Nach ungefähr einem halben Duzend Info-Ständen im Hochtaunuskreis und vielen hochkarätigen Vortragsveranstaltungen in den benachbarten Kreisen hatte die AfD Hochtaunus am letzten Samstag ihren Wahlkampfhöhepunkt in der Oberurseler Stadthalle. Angekündigt waren drei Redner: der Wahlkreiskandidat Andreas Lichert, die hessische Spitzenkandidatin Mariana Harder-Kühnel und die Bundessprecherin Dr. Frauke Petry.

Ab ca. 18.00 Uhr strömte ein bunt gemischtes Publikum, erfreulich viele Twens, Eltern mit halbwüchsigen Sprößlingen, viel gesetztes Mittelalter und Ältere im Ruhestand in die Stadthalle. Sogar ein Rollstuhlfahrer hatte sich nach der Barrierefreiheit erkundigt und fand sich schließlich ein. Fünfzehn Minuten vor Beginn mußte der zweite Teil des Saales geöffnet werden, da der größere Teil bereits annähernd gefüllt war. Insgesamt waren wohl um die 400 Besucher gekommen.

Währenddessen fand auf dem Rathausplatz eine Gegendemonstration statt. Halbwegs gesittet, fast! könnte man sagen: gutbürgerlich. Der Chor „Entrüstet euch“ sang pazifistische Lieder, ja sogar Beethoven. In guter evangelischer Tradition gab es Bibelzitate auf Postern. Oberurseler Kommunalpolitiker, u.a. Kämmerer Schorr und Stadtverordnetenvorsteher Krämer und selbsternannte Menschenfreunde tummelten sich. Einige schunkelten zur Musik wie am Karneval. Die ganze Szenerie wurde überragt von dem  Zelt einer dubiosen „Partei“, die auch mit Plakaten vertreten war: „Hier könnte ein Nazi hängen“. Menschenfreunde? Ironie? Ein gefährliches Stilmittel, gerade in diesem Zusammenhang. Die Polizeipräsenz hatte ihre Berechtigung. Vor allem vor dem Hintergrund, daß die Stadtverordnetenversammlung einen Antrag der AfD zur Ablehnung von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung mit breiter Mehrheit abgelehnt hat.

Schließlich konnte die Veranstaltung ungestört beginnen. Andreas Lichert machte den Anfang und sprach über die drei kostspieligsten Fehlleistungen der Kanzlerin: Eine aus emotionalen Gründen und Machtpolitik initiierte Energiewende, die das Land bis 2030 eine Billion Euro kosten wird. Und das, ohne wesentliche Ziele zum „Klimaschutz“ zu erreichen. Dann die Grenzöffnung und fortgesetzte Einwanderung, die nach Berechnungen des Ökonomen Prof. Raffelhüschen auch eine Billion oder mehr kosten wird. Und als letztes die Eurorettung, die nach 7 Jahren immer noch keine Erfolge erkennen läßt. Die Südländer haben nach wie vor eine immense Arbeitslosigkeit, die Staatsschulden steigen weiter und Griechenland hat gerade nach langem Verhandlungsgezerre wieder einen neuen Kredit der Nordländer bekommen. Einer Kanzlerin, die dem Land derartige unsinnige und/oder rechtswidrige ökonomische Belastungen auferlegt kann die AfD nur die rote Karte zeigen !

Es folgte Frau Harder-Kühnel, die hessische Spitzenkandidatin. Sie sprach vor allem über die Migrationskrise und ihre Folgen für die Gesellschaft: Parallelgesellschaften, Deutsche in bestimmten Gebieten schon jetzt in der Minderheit. Verstärkung des Drucks auf den Wohnungsmarkt und Verschlechterung der Lernsituation in Schulen. Und die Kartellparteien weigern sich, wirkungsvolle Gegenmaßnahmen einzuleiten. Deshalb ist eine wirksame Opposition im Bundestag dringend notwendig. Es geht darum, Deutschland und das christlich-abendländische Europa auch in 50 Jahren noch so zu erhalten, wie wir es von unseren Vorfahren übernommen haben. Durch die ungesteuerte Einwanderung setzen die Kartellparteien diese Kontinuität einer freiheitlich-demokratischen und in Wohlstand lebenden Gesellschaft aufs Spiel. Hierzu trägt auch die verfehlte Familienpolitik und die daraus folgende Alterung der Gesellschaft bei. In all diesen Punkten will die AfD aus der Opposition heraus für Änderungen kämpfen.

Den Höhepunkt des Abends bildete der Vortrag von Bundessprecherin Frau Dr. Frauke Petry. Sie nahm Bezug auf den Ursprung der AfD in Oberursel mit Gründung im Februar 2013 und der sogenannten Auftaktveranstaltung im März 2013 auch in der Stadthalle. Das Hauptthema in der Anfangszeit sei zwar die Rettungspolitik für hochverschuldete Südländer gewesen, aber bereits damals sei die breite thematische Aufstellung der AfD angelegt gewesen. Hauptthema dieses Abends war dann das, was deutsche Kultur ausmacht. Der Schlüssel zur deutschen Kultur sei die deutsche Sprache. Sie sei lange Zeit die Wissenschaftssprache auf der Welt gewesen. Fast ebenso bedeutsam für die deutsche Kultur ist die Musik. Deutsche Komponisten genießen weltumspannend höchste Anerkennung. Basis der europäischen und deutschen Leitkultur sei die christlich-jüdische Tradition mit dem wissenschaftlich-humanistischen Weltbild sowie das römische Recht. Auf dieser Basis habe sich Deutschland zu einen Land der Wissenschaft, der Philosophie und der Freiheit entwickelt. Schriftsteller, Komponisten, Erfinder, Philosophen haben Deutschlands Ruf als Kulturnation begründet. In Familien, der Keimzelle der Gesellschaft, wird Kultur gelebt und weitergeben. So besteht deutsche Kultur nicht nur aus einer Abfolge von Verbrechen sondern aus der Jahrhunderte langen Entwicklung kultureller Leistungen. Buchdruck, Computer, Automobile sind neben den geisteswissenschaftlich-künstlerischen Werken Beispiele dafür. Ein weiterer Bestandteil der deutschen Kultur ist der langdauernde Kampf um Freiheit und die Erlangung von Bürgerrechten.

Seit den späten 60er Jahren wird die deutsche Kultur infrage gestellt und insbesondere das Negative betont. Bildung wird geringgeschätzt, die Familie durch Überbetonung des Individuums geschwächt. Die traditionellen Geschlechterrollen werden aufgelöst. Kinder durch Frühsexualisierung in einer gesunden Entwicklung behindert. Alternative Lebensweisen werden überhöht. Auf höherer Ebene wird die Nation abgelehnt und die Idee des Staates mit einem sicheren Rechtsrahmen als Schutzraum für die Bevölkerung pervertiert. Ziel ist die Atomisierung der Gesellschaft und die Schaffung von Abhängigen. Dies ist das Gegenteil von Freiheit. Die AfD setzt sich für Freiheit der Bürger ein. Das bedeutet Selbstbestimmung, Unabhängigkeit Autonomie und Verantwortung. Der Staatsaufbau in Deutschland mit einer multizentralen, föderalen Struktur entspricht dem. Auch auf EU-Ebene ist eine föderale Struktur und Subsidiarität notwendig. Die derzeitigen Bestrebungen der etablierten Parteien in Deutschland und Europa widersprechen dem. Die Freiheit Europas ist uns wichtiger als eine Europäische Union um jeden Preis. Die EWG hat diesem Ziel gedient, unter der EU haben die Zentralisierungsbestrebungen überhand genommen. Deshalb zurück zur EWG. Die Rolle Deutschlands im Zentrums ist vermitteln, auszusöhnn und das Gemeinsame zu betonen. Ein Europa der freundschaftlich verbundenen Vaterländer. Dies ist das Ziel und Politikangebot der Alternative für Deutschland, so Frau Petry.

Das Publikum bedachte den vielschichtigen und detailreichen Vortrag mit großem Applaus. Die sich anschließende Gelegenheit zu Fragen an die Referenten wurde ausgiebig genutzt. Nach gut zwei Stunden wurde die Veranstaltung geschlossen. Und der Kreisverband war nach hektischen Vorbereitungen ein bißchen stolz auf den gelungenen Abend. Er offenbarte im Saal und davor vielfältige Facetten deutschen Lebens in Vergangenheit und Gegenwart. Da sage doch einer, außer der Sprache gäbe es keine deutsche Kultur.

Paul Beuter

Ein Videomitschnitt der Veranstaltung kann h i e r angesehen werden.
Die Rede von Frau Harder-Kühnel beginnen bei ca. 13:00
Die Rede von Frau Harder-Kühnel beginnen bei ca. 34:30

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